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  #41 (permalink)  
Old 07-06-2008, 10:58:33 AM
ApexLongimanus's Avatar
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Originally Posted by Hepkat View Post
Wenn ein Englischmuttersprachler sich in dieser Art und Weise entschuldigt, er versucht einfach zu erklären, "ich weiss dass ich dich Beleidigt habe oder dass ich deine soziale Distanz betreten habe, und dafür entschuldige ich mich". Ihr Deutsche empfinden dass als unnotwendig weil ihr, soweit wie ich beobachtet habe, nicht so vorsichtig auf einander aufpasst und für meine Empfindung als Amerikaner, einander grob und rücksichtslos behandeln. Dass geht einfach nicht so in unserer Kultur, und wer diese Gepflogenheit nicht entspricht, wird sofort als unhöflich und arrogant bei uns abgestempelt.

Also, im Zug oder Bus ist es besonders wichtig, sich zu entschuldigen. Nur dadurch kann so ein bunt gemischtes Volk, das aus so vielen Kulturen, Nationen, Religionen und Rassen besteht, miteinander überleben können.

ich wollte mich in meinem post (war wahrscheinlich nicht ganz klar) nicht gegen das benutzen einer entschuldigung bei versehentlicher rudeness ausseren, sondern gegen "excuse me" als ankuendigung einer bewussten/vermeidbaren rudeness. es kommt darauf wie man sich verhaelt, nicht was man sagt.
__________________


achtung: dieser beitrag koennte IRONIE enthalten (zu risiken und nebenwirkungen fragen sie den arzt ihres apothekers)

Last edited by ApexLongimanus; 07-06-2008 at 11:03:03 AM.
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  #42 (permalink)  
Old 07-06-2008, 11:21:14 AM
Ezri's Avatar
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Originally Posted by Hepkat View Post
Ich finde dass Leute die diese Höflichkeitsfloskeln nervend finden zuerst missverstehen was sie genau bedeuten und zweitens, sind nicht sehr willig ihrer eigenen Kultur herauszutreten um etwas Weltoffenheit zu erwerben.
...und umgekehrt muß man nicht etwas mehr Weltoffenheit erwerben, da darf man dann gleich jemanden als arrogant abstempeln?

Quote:

Es fehlt mir einfach die Fähigkeit zu verstehen, wie solche hohe Prinzipien “nerven” wirken könnten, aber ich trage sie täglich sehr stolz im Herzen, und bin äußerst froh, dass ich mit diesen Sitten und Gewohnheiten erzogen bin, besonders da ich hier in Europa täglich beobachte, wie die Menschen so kalt und unbedacht miteinander umgehen.
Ach watt hohe Prinzipien. Hans und Franz auf der Straße machen nix anderes, als der Hund von Pawlow. Sie folgen völlig gedankenlos einem anerzogenen Schema. Reagieren genauso automatisch wie Du und ich wenn einem die Hand hingehalten wird. Das ist keine Erziehung, das ist Konditionierung.

Und mach die USA nicht heiliger als sie ist. In der Einwanderungszeit herrschte purer Egoismus, da ging es ums Überleben. Gegenseitiges Helfen in solchen Zeiten ist purer Pragmatismus. Und die Kirche doktriniert und zwingt Menschen in Lebensformen, daß das schon keinen Spaß mehr macht.

Leben und Leben lassen! <--- Das ist mit Sicherheit kein Leitspruch der christlichen Religion.

Daß es in der englischen Sprache kein "Sie" mehr gibt, liegt wohl da dran, daß man das "Sie" irgendwann im schleichenden Prozess nicht mehr als Notwendig empfand. Wir reden unsere Eltern heute ja auch nicht mehr mit Herr Papa und Frau Mama an.

Ezri, lieber ehrlich unhöflich als unehrlich nett....
__________________

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  #43 (permalink)  
Old 07-06-2008, 11:26:25 AM
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in dtl., ganz besonders in berlin, muss ich mich immer dafuer entschuldigen das ich es ueberhaupt wage mal eine/ einen verkaeufer/in anzusprechen.
__________________
Liebe Gruesse
Anja
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  #44 (permalink)  
Old 07-06-2008, 11:29:12 AM
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Originally Posted by Ezri View Post

Ezri, lieber ehrlich unhöflich als unehrlich nett....
that's a good one
__________________


achtung: dieser beitrag koennte IRONIE enthalten (zu risiken und nebenwirkungen fragen sie den arzt ihres apothekers)
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  #45 (permalink)  
Old 07-06-2008, 01:19:28 PM
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Originally Posted by Hepkat View Post
da ich hier in Europa täglich beobachte, wie die Menschen so kalt und unbedacht miteinander umgehen.
Nun, so viel ich weiss, gehört Großbritannien zu Europa und die Briten sind bekanntlich sehr höflich.
Mir ging es einzig und allein darum, festzustellen, dass diese Gepflogenheiten manchmal auch recht anstrengend sein könne, was nicht heisst, dass ich mich nicht anpasse oder nicht akzeptiere.
Grundsätzlich ist mir der höfliche Umgang miteinander weitaus lieber als das Herumgeschupse in D, wirklich.
Ich muss mich halt an manche Dinge auch erst gewöhnen, ist doch legitim. Oder ist diese ehrlich Art unhöflich? Finde ich nun gar nicht.
__________________
"Yes we can!!!"
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  #46 (permalink)  
Old 07-06-2008, 01:24:29 PM
Muus's Avatar
Macht ne lila Pause im Januar! :o)
 
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Red face

Hepkat, sehr gutes Post
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"When women ask me about heels, I say, try a pair on. If you don't see the magic, stick to Reeboks." ~Manolo Blahnik~


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  #47 (permalink)  
Old 07-06-2008, 02:28:56 PM
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Originally Posted by Muus View Post
Hepkat, sehr gutes Post
Finde ich auch.
Ich benuetze im Moment eine Kruecke zum laufen und bin total ueberrascht wieviel Hilfe ich dauernd angeboten bekommen. Ob es jetzt das Tuerenaufhalten ist oder Angebote im Supermarkt mir meine Sachen ins Auto zu schleppen usw usw
Und es sind nicht nur Menschen im "Mittelalter" sondern auch sehr viele junge Menschen, die behilflich sein wollen.
Und was das "how are you " angeht, finde ich, obwohl es meistens nur eine Hoeflichkeits Form ist, das man oftmals mit jemanden ins Gespraech kommt/ Die Dame an der Kasse freut sich naemlich meistens auch, wenn man mit ihr ein paar nette Worte wechselt.
Ich habe es noch nie als eine Plage angesehen, obwohl ich am Anfang meines USA Lebens erst mal lernen musste, das es wirklich nur eine Hoeflichkeits Form ist und niemand -ausser Familie- wirklich wissen will wie es einem geht.
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  #48 (permalink)  
Old 07-06-2008, 03:38:32 PM
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Originally Posted by geoduck View Post
Finde ich auch.
Ich benuetze im Moment eine Kruecke zum laufen und bin total ueberrascht wieviel Hilfe ich dauernd angeboten bekommen. Ob es jetzt das Tuerenaufhalten ist oder Angebote im Supermarkt mir meine Sachen ins Auto zu schleppen usw usw
Und es sind nicht nur Menschen im "Mittelalter" sondern auch sehr viele junge Menschen, die behilflich sein wollen.
Und was das "how are you " angeht, finde ich, obwohl es meistens nur eine Hoeflichkeits Form ist, das man oftmals mit jemanden ins Gespraech kommt/ Die Dame an der Kasse freut sich naemlich meistens auch, wenn man mit ihr ein paar nette Worte wechselt.
Ich habe es noch nie als eine Plage angesehen, obwohl ich am Anfang meines USA Lebens erst mal lernen musste, das es wirklich nur eine Hoeflichkeits Form ist und niemand -ausser Familie- wirklich wissen will wie es einem geht.
Vor einigen Jahre hatte ich auch Krücken aber habe eine ganz andere Erfahrung erlebt. Ich erinnere mich an einem Wintermorgen, als ich zur Arbeit musste aber leider haben wir eine Menge Schnee in der Nacht bekommen. Ich musste trotzdem mit Krücken *sehr* vorsichtig und langsam zum Auto gehen, um nicht auf dem Eis zu rutschen. Endlich erreichte ich das Auto, aber konnte nicht gleich starten weil es mit Schnee total bedeckt war.

Ich schwöre, ich hab niemals in meinem ganzen Leben so anstrengend gearbeitet, als ich den Schnee an dem Tag mit Schaufel und zwei Krücken schieben musste. Ich hab so geschwitz, es hat überall Weh getan, ich konnte den Fuß kaum mehr bewegen, da überall auf dem Boden war es zumindest 30cm Schnee und Eis.

Was mich besonders gestört hat, ist nicht dass ich mit Krücken den Schnee vom Auto eine Stunde schieben musste, aber dass während dieser Zeit hat kein einziger Mensch mir etwas Hilfe angeboten. Jeder hat mich nur angestarrt und dann ist einfach weiter gegangen. Sie haben alle gesehen wie ich am Ende meiner Kraft war, und wie ich wirklich kämpfen musste um zu tun was jemand ohne Krücke mit nur 2 Minuten sehr leicht schaffen könnte, aber keiner hat mir trotzdem das kleinste Angebot der Hilfe angeboten.

Am ersten Unterrichtstag als ich mit Krücken angekommen bin und die Klasse freundlich gegrüßt habe, erwiderte höhnisch eine Studentin, "Was macht er da? Er gehört in der Rente!" Mehrere Wochen später, kamm ein anderer Student um sich bei mir zu entschuldigen. Wofür?, fragte ich rätselhaft. Naja, sagte er, am Anfang dachten wir, wir lassen uns von keinem Neger auf Krücken unterrichten lassen, aber wir hatten keine Ahnung dass du so leiwand wärst!"

Ich weiss es nicht, aber Höflichkeitsfloskeln und ein freundliches Lächeln, sogar wenn oberflächlich, sind mir viel lieber als Gleichgültigkeit und Hohn.

Last edited by Hepkat; 07-06-2008 at 04:08:34 PM.
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  #49 (permalink)  
Old 07-06-2008, 06:01:11 PM
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Originally Posted by Hepkat View Post
Vor einigen Jahre hatte ich auch Krücken aber habe eine ganz andere Erfahrung erlebt. Ich erinnere mich an einem Wintermorgen, als ich zur Arbeit musste aber leider haben wir eine Menge Schnee in der Nacht bekommen. Ich musste trotzdem mit Krücken *sehr* vorsichtig und langsam zum Auto gehen, um nicht auf dem Eis zu rutschen. Endlich erreichte ich das Auto, aber konnte nicht gleich starten weil es mit Schnee total bedeckt war.

Ich schwöre, ich hab niemals in meinem ganzen Leben so anstrengend gearbeitet, als ich den Schnee an dem Tag mit Schaufel und zwei Krücken schieben musste. Ich hab so geschwitz, es hat überall Weh getan, ich konnte den Fuß kaum mehr bewegen, da überall auf dem Boden war es zumindest 30cm Schnee und Eis.

Was mich besonders gestört hat, ist nicht dass ich mit Krücken den Schnee vom Auto eine Stunde schieben musste, aber dass während dieser Zeit hat kein einziger Mensch mir etwas Hilfe angeboten. Jeder hat mich nur angestarrt und dann ist einfach weiter gegangen. Sie haben alle gesehen wie ich am Ende meiner Kraft war, und wie ich wirklich kämpfen musste um zu tun was jemand ohne Krücke mit nur 2 Minuten sehr leicht schaffen könnte, aber keiner hat mir trotzdem das kleinste Angebot der Hilfe angeboten.

Am ersten Unterrichtstag als ich mit Krücken angekommen bin und die Klasse freundlich gegrüßt habe, erwiderte höhnisch eine Studentin, "Was macht er da? Er gehört in der Rente!" Mehrere Wochen später, kamm ein anderer Student um sich bei mir zu entschuldigen. Wofür?, fragte ich rätselhaft. Naja, sagte er, am Anfang dachten wir, wir lassen uns von keinem Neger auf Krücken unterrichten lassen, aber wir hatten keine Ahnung dass du so leiwand wärst!"

Ich weiss es nicht, aber Höflichkeitsfloskeln und ein freundliches Lächeln, sogar wenn oberflächlich, sind mir viel lieber als Gleichgültigkeit und Hohn.
Sowas zu hoeren tut mir so leid. Da weiss man garnicht was man dazu sagen soll.
Ich weiss die altes Sprichwort heisst: sticks and stones etc etc, aber Woerter tun sehr weh.
Ich muss sagen, das da die USA sehr viel weiter ist als Europa. Vor allem als behinderter Mensch wird man hier ganz anders behandelt. Und ich meine nicht nur jemand der koerperlich behindert ist. Der ADA ( Americans with disabilities act) war da ein ganz grosser Schritt.
IN Disneyland z.B muss man mit einer behinderten Person nicht in einer langen Schlange warten, sondern man wird durch eine Hintertuer hereingefuehrt. Und wir riefen damals an, das wir ein Kind mit gluten allergy hatten. Da wurde extra fuer ihn gekocht,
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  #50 (permalink)  
Old 07-06-2008, 06:25:04 PM
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Komisch, ich bin eher entsetzt, daß sich jemand mit verletztem Fuß hinters Steuer setzt...
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  #51 (permalink)  
Old 07-06-2008, 06:27:50 PM
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Originally Posted by Ezri View Post
Komisch, ich bin eher entsetzt, daß sich jemand mit verletztem Fuß hinters Steuer setzt...
automatic transmission!!!!
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  #52 (permalink)  
Old 07-07-2008, 12:10:04 AM
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Originally Posted by geoduck View Post
automatic transmission!!!!
Danke Geoduck!

"Open your mind to other possibilities..."

/H
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  #53 (permalink)  
Old 07-07-2008, 12:16:16 AM
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Originally Posted by Hepkat View Post
Danke Geoduck!

"Open your mind to other possibilities..."

/H
Mein Mann hatte mal einen gebrochenen Arm- deshalb weiss ich das es mit Automatik geht
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  #54 (permalink)  
Old 07-07-2008, 12:40:12 AM
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Originally Posted by geoduck View Post
Sowas zu hoeren tut mir so leid. Da weiss man garnicht was man dazu sagen soll.
Ich weiss die altes Sprichwort heisst: sticks and stones etc etc, aber Woerter tun sehr weh.
Ich muss sagen, das da die USA sehr viel weiter ist als Europa. Vor allem als behinderter Mensch wird man hier ganz anders behandelt. Und ich meine nicht nur jemand der koerperlich behindert ist. Der ADA ( Americans with disabilities act) war da ein ganz grosser Schritt.
IN Disneyland z.B muss man mit einer behinderten Person nicht in einer langen Schlange warten, sondern man wird durch eine Hintertuer hereingefuehrt. Und wir riefen damals an, das wir ein Kind mit gluten allergy hatten. Da wurde extra fuer ihn gekocht,
Eigentlich so was zu hören hat mir überhaupt kein Leid getan, weil ich weiss diese Leute wissen nicht besser - sie sind einfach unwissend. Was mir wirklich täglich Leid tut ist dass mit wenigen Ausnahmen, in Europa lernt man keinen gesellschaftlichen Umgang miteinander, und meine Erfahrung mit Krücken von oben und viele Beiträge dieses Threads stelle ich als klassiche Beispiele dar.

Ich wundere mich wirklich, dass jemand es für notwendig gefunden hat, ein Thread zu starten um sich über Höflichkeitsfloskeln zu beschweren, und nicht nur dass, aber dass so eine Meinung soviele Unterstützung gewonnen hat. Eine Threadteilnehmerin hat sogar gemeint, "ich ignorier Dich, ignorier Du auch mich. So liebe ich es.", nachdem ich mich gefragt habe, in was für einer Gesellschaft leben wir denn, die solchen Einstellungen fördert? Aber leider scheint diese Einstellung hier groß geschrieben zu sein, jeder geht seinen eigenen Weg ohne auf dem anderen zu berücksichtigen oder einander mit vollkommener Gleichgültigkeit behandeln. Ich weiss ihr werdet mich braten wenn ich dies erwähne, aber man hat die Jüden, Homosexuellen, Zigeuner, usw vor 60 Jahre viel leichter verhaften und wegkarren können genau weil jeder einander einfach ignoriert hat. Wenn ich mit Leute heute darüber rede, jeder sagt nur "wir hatten keine Ahnung!", na, kein Wunder!

Amerika hat viele, VIELE Probleme, aber wir sind trotzdem sehr bemüht, einander entgegenzukommen und hilfsbereit zu sein. Diese Art Erziehung ist mir viel lieber, als einen Fremder einfach zu ignorieren, oder jemanden sofort als unwürdig abzustempeln aufgrund seiner Rasse, Hautfarbe, Behinderung, usw, was leider VIEL ZU OFT hier in Europa passiert.

Lieber Höflichkeitsfloskel als Gleichgültigkeit!

Last edited by Hepkat; 07-07-2008 at 01:09:26 AM.
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  #55 (permalink)  
Old 07-07-2008, 01:19:32 AM
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Man sollte das Ganze aber differenziert betrachten und nicht Schwarz-Weiß-Denken anwenden a la "alle Amis sind nett, alle Deutschen sind unhöfliche Stoffel". Bisher hab ich die Erfahrung gemacht, dass ein Großteil der jüngeren Gesellschaft in Dtl.(ich sprech hier jetzt nicht von denen, die die ganze Zeit mit dem Ghettoblaster in der Gegend rumlaufen- die haben meist nämlich keinen Anstand) ziemlich offen und nett ist. Nicht so überschwenglich nett und hilfsbereit wie die Amerikaner (klar, das sind Kulturunterschiede), aber trotzdem nicht so, wie ihr sie beschreibt. Was mir allerdings an den USA schon mehrmals aufgefallen ist, dass sie nicht den "Anstand" der Deutschen haben (vielleicht ein zu harshes Wort, aber mir fällt gerade nichts passenderes ein). Als Beispiel könnte ich jetzt Geschenke nennen- in den USA habe ich mehrfach das Gefühl gehabt, dass es als must angesehen wird und sich nicht wirklich bedankt wird dafür (erst bei Nachfrage, ob denn das Geschenk angekommen wäre, wurde sich bedankt... komisch), wohingegen ich es von zu Hause gewöhnt bin mich überschwenglich von mir aus dafür zu bedanken. Das war jetzt nur ein Beispiel, es gibt mit Sicherheit noch mehr kulturelle Unterschiede. Allerdings denke ich mir dabei nicht, dass Amis dafür als unhöflich betrachtet werden sollten, es ist einfach ihre Kultur und so sind sie aufgewachsen wohingegen wir eben anders erzogen wurden und andere Wertevorstellungen haben. Jedes Land hat seine Vor- und Nachteile, nicht nur die USA und nicht nur Deutschland.
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  #56 (permalink)  
Old 07-07-2008, 01:20:34 AM
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Originally Posted by Hepkat View Post
Eigentlich so was zu hören hat mir überhaupt kein Leid getan, weil ich weiss diese Leute wissen nicht besser - sie sind einfach unwissend. Was mir wirklich täglich Leid tut ist dass mit wenigen Ausnahmen, in Europa lernt man keinen gesellschaftlichen Umgang miteinander, und meine Erfahrung mit Krücken von oben und viele Beiträge dieses Threads stelle ich als klassiche Beispiele dar.

Ich wundere mich wirklich, dass jemand es für notwendig gefunden hat, ein Thread zu starten um sich über Höflichkeitsfloskeln zu beschweren, und nicht nur dass, aber dass so eine Meinung soviele Unterstützung gewonnen hat. Eine Threadteilnehmerin hat sogar gemeint, "ich ignorier Dich, ignorier Du auch mich. So liebe ich es.", nachdem ich mich gefragt habe, in was für einer Gesellschaft leben wir denn, die solchen Einstellungen fördert?

Amerika hat viele, VIELE Probleme, aber wir sind trotzdem sehr bemüht, einander entgegenzukommen und hilfsbereit zu sein. Diese Art Erziehung ist mir viel lieber, als einen Fremder einfach zu ignorieren, oder jemanden sofort als unwürdig abzustempeln aufgrund seiner Rasse, Hautfarbe, Behinderung, usw, was leider VIEL ZU OFT hier in Europa passiert.
Ich stand heute an der Bushaltestelle als ein scheinbar etwas verwirrter Mann (er erzaehlte lautstark vor sich hin, taenzelte auf und ab und lachte sich selbst aus) an mir vorbeiging... den Mann haette man rein aeusserlich gut in die Schublade "leider nicht ganz beieinander" einsortieren koennen.
Als er auf meiner Hoehe war, hoere ich ploetzlich, dass er deutsch vor sich hinbrummelt (mit amerikanischem Akzent)... so sagte er z.B. 10x schnell hintereinander "wie geht's?" Naja, ich dachte mir, kann ich ihm ja eigentlich auch antworten: Ich sagte also "Danke gut." Es hat ein bisschen gedauert, dann begriff er, dass ich a) ihm geantwortet habe und b) auf deutsch. Er strahlte und wir fingen an uns zu unterhalten... stellt sich heraus, er war 8.5 Jahre in D-Land stationiert und er liebte es. Er sagte mindestens 20x, dass er es so toll fand, Land, Leute, Kultur ("Die sind ein bisschen streng aber gut, weisst du?!"), und er als Schwarzer nie irgendwo dumm angemacht wurde und immer offene Tueren eingerannt ist. Seit 6 Jahren ist er zurueck und raus aus der Army und geht jedes Jahr zurueck, deutsche Freunde besuchen, aber dieses Jar wird's nicht, weil es zu teuer ist.
Zuerst dachte ich, hm der muss ein anderes D-Land meinen. Seit wann begegnet man in D-Land keinem Fremdenhass mehr?
Ich dachte auch, evtl. erzaehlt der mir ein Maerchen und er war nie da, aber er brachte soviele Details in die Unterhaltung ein, wie nur jemand kennen kann, der einige Zeit in D-Land gelebt hat.
Und kurz bevor er aus dem Bus sprang sagte er noch: Alle Deutschen, die ihm begegnet waren in den fast 9 Jahren bei Frankfurt, waren super freundlich... ganz anders, als man es als Vorurteil zu hoeren kriegt...

Das mal als aufmunterndes Gegenbeispiel.

Gruss... K
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  #57 (permalink)  
Old 07-07-2008, 01:28:35 AM
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Originally Posted by kgirl View Post
Ich stand heute an der Bushaltestelle als ein scheinbar etwas verwirrter Mann (er erzaehlte lautstark vor sich hin, taenzelte auf und ab und lachte sich selbst aus) an mir vorbeiging... den Mann haette man rein aeusserlich gut in die Schublade "leider nicht ganz beieinander" einsortieren koennen.
Als er auf meiner Hoehe war, hoere ich ploetzlich, dass er deutsch vor sich hinbrummelt (mit amerikanischem Akzent)... so sagte er z.B. 10x schnell hintereinander "wie geht's?" Naja, ich dachte mir, kann ich ihm ja eigentlich auch antworten: Ich sagte also "Danke gut." Es hat ein bisschen gedauert, dann begriff er, dass ich a) ihm geantwortet habe und b) auf deutsch. Er strahlte und wir fingen an uns zu unterhalten... stellt sich heraus, er war 8.5 Jahre in D-Land stationiert und er liebte es. Er sagte mindestens 20x, dass er es so toll fand, Land, Leute, Kultur ("Die sind ein bisschen streng aber gut, weisst du?!"), und er als Schwarzer nie irgendwo dumm angemacht wurde und immer offene Tueren eingerannt ist. Seit 6 Jahren ist er zurueck und raus aus der Army und geht jedes Jahr zurueck, deutsche Freunde besuchen, aber dieses Jar wird's nicht, weil es zu teuer ist.
Zuerst dachte ich, hm der muss ein anderes D-Land meinen. Seit wann begegnet man in D-Land keinem Fremdenhass mehr?
Ich dachte auch, evtl. erzaehlt der mir ein Maerchen und er war nie da, aber er brachte soviele Details in die Unterhaltung ein, wie nur jemand kennen kann, der einige Zeit in D-Land gelebt hat.
Und kurz bevor er aus dem Bus sprang sagte er noch: Alle Deutschen, die ihm begegnet waren in den fast 9 Jahren bei Frankfurt, waren super freundlich... ganz anders, als man es als Vorurteil zu hoeren kriegt...

Das mal als aufmunterndes Gegenbeispiel.

Gruss... K
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  #58 (permalink)  
Old 07-07-2008, 02:14:15 AM
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Ich stand heute an der Bushaltestelle als ein scheinbar etwas verwirrter Mann (er erzaehlte lautstark vor sich hin, taenzelte auf und ab und lachte sich selbst aus) an mir vorbeiging... den Mann haette man rein aeusserlich gut in die Schublade "leider nicht ganz beieinander" einsortieren koennen.
Als er auf meiner Hoehe war, hoere ich ploetzlich, dass er deutsch vor sich hinbrummelt (mit amerikanischem Akzent)... so sagte er z.B. 10x schnell hintereinander "wie geht's?" Naja, ich dachte mir, kann ich ihm ja eigentlich auch antworten: Ich sagte also "Danke gut." Es hat ein bisschen gedauert, dann begriff er, dass ich a) ihm geantwortet habe und b) auf deutsch. Er strahlte und wir fingen an uns zu unterhalten... stellt sich heraus, er war 8.5 Jahre in D-Land stationiert und er liebte es. Er sagte mindestens 20x, dass er es so toll fand, Land, Leute, Kultur ("Die sind ein bisschen streng aber gut, weisst du?!"), und er als Schwarzer nie irgendwo dumm angemacht wurde und immer offene Tueren eingerannt ist. Seit 6 Jahren ist er zurueck und raus aus der Army und geht jedes Jahr zurueck, deutsche Freunde besuchen, aber dieses Jar wird's nicht, weil es zu teuer ist.
Zuerst dachte ich, hm der muss ein anderes D-Land meinen. Seit wann begegnet man in D-Land keinem Fremdenhass mehr?
Ich dachte auch, evtl. erzaehlt der mir ein Maerchen und er war nie da, aber er brachte soviele Details in die Unterhaltung ein, wie nur jemand kennen kann, der einige Zeit in D-Land gelebt hat.
Und kurz bevor er aus dem Bus sprang sagte er noch: Alle Deutschen, die ihm begegnet waren in den fast 9 Jahren bei Frankfurt, waren super freundlich... ganz anders, als man es als Vorurteil zu hoeren kriegt...

Das mal als aufmunterndes Gegenbeispiel.

Gruss... K
Ich kenne auch so ein Beispiel. Habe einen guten Bekannten der auch dunkel ist (aber kein Ami) und eine Zeit hier gelebt hat. Der hat auch nie schlechte Erfahrungen gemacht und hat es GELIEBT hier. Selbst meine Oma hat ihn verhätschelt. Als er wieder zurück musste (Karibik) war er am Boden zerstört. Der ist immernoch total vernarrt in Deutschland und will irgendwann wieder her kommen. Weihnachten bin ich ihm sogar in der Disco über den Weg gelaufen, da hat er Freunde besucht.

Es geht also - Gott sei Dank - auch anders.
__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen,
denn Wissen ist begrenzt.
(Albert Einstein)
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  #59 (permalink)  
Old 07-07-2008, 02:32:05 AM
USA-Genius
 
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Originally Posted by Ezri View Post
Nö, ist ja ganz okay. Aber muß man das auch bei jedem Hans und Franz, der einem zufällig auf der Straße begegnet?
Da das eine Antwort auf Rynoa's post war, gehe ich davon aus, dass Du Dich damit auf USA beziehst... und wo bitte schoen wird da denn wirklich jedem Hans und Franz, der einem zufaellig auf der Strasse begegnet, ein "How are you?" entgegengerufen? Da haette man ja viel zu tun...

Ansonsten sehe ich diesbezueglich auch nicht wirklich den Unterschied zum deutschen "[Hallo,] Wie geht's [,wie steht's]" - darauf erwarte ich ja auch eine m.o.w. standartisierte Antwort und nicht die detaillierte Lebens- und Leidensgeschichte des Gegenuebers. Wird in den USA halt etwas "freizuegiger" gebraucht - na und?

Und nur nebenbei bemerkt, beim Spaziergang in D gruessen wir z.B. auch so gut wie "jeden Hans und Franz", der uns entgegenkommt, zumindest mit einem Laecheln und "Guten Tag" - obwohl es uns im Prinzip am A*** vorbeigeht, ob die nun wirklich einen "guten Tag" haben/hatten...

Ach ja - das (angebliche) "Problem" ist uebrigens nicht, wie man evtl. meinen moechte, "typisch deutsch", siehe z.B. hier:

Witty answers to "How are you?"

Mein Mann antwortet z.B. auch gerne mal mit "upright and above room temperature"... Evtl. sollten einige Leute hier auch mal bei sich selbst ansetzen...
__________________
*Dixie On My Mind*
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  #60 (permalink)  
Old 07-07-2008, 02:44:34 AM
Rynoa's Avatar